Die großen Abenteuer der Selbstständigkeit

Das mit dem verlässlichen und Münchner Verhältnissen angepassten Einkommen klappt mittlerweile ziemlich gut. Bei meinen Auftraggebern habe ich, allein aus wirtschaftlichen Gründen, stark selektiert. Für 50 Euro einen Text (Aufmacher-Länge) zu schreiben habe ich, aus gutem Willen, genau zwei Mal übers Herz gebracht – und einfach zu starke Bauschmerzen gehabt. Meine beiden Bücher laufen exzellent, neue sind in Planung und ich verbringe viel extrem lehrreiche Zeit bei Deutschlands größter Multisport-Plattform. Nach etwas mehr als einem Jahr darf ich also sagen: Das mit der Selbstständigkeit hat prima funktioniert.

Das Leben mit meiner Frau, in unserer gemieteten Zweizimmer-Wohnung im Lehel, war wunderbar. Ist wunderbar. Allerdings tauchte da relativ unverhofft unsere Traumwohnung auf. Richtung Berge, neu, ruhig, aber nicht komplett abgelegen. Und auf einmal stellte sich nicht mehr nur die Frage, wo wir den als nächstes in den Urlaub fahren oder Essen gehen wollen – sondern wie wir eine Baufinanzierung stemmen können.

Das ist, als Selbstständiger, nicht leicht. Das ist, als Selbstständiger, der erst ein Jahr selbstständig ist, ein echtes Abenteuer. Denn die allermeisten Banken und Kreditinstitute fordern drei Jahre solide Bilanzen. Was folgte, war nach den ersten Gesprächen mit Banken und Vermittlern eine Zeit des Hoffen und Bangens: Macht sich jemand die Mühe, unseren Fall (Doppelverdiener, fixe und verlässliche Arbeitgeber als Journalist) genau anzuschauen – und wenn ja, bekommen wir dann halbwegs vernünftige Konditionen?

Wie sich herausstellte: Ja. Aber nicht bei jedem Vermittler und schon gar nicht bei den anonymen Internet-Portalen. Ein sehr engagierter Berater und meine Hausbank haben sich extrem bemüht, so dass wir am Ende sogar zwischen zwei guten Angeboten entscheiden konnten. Das alles war aber nur möglich, weil die Gesprächspartner dort sich unsere Situation konkret angeschaut hatten und nicht nur die Schablone draufgelegt, in die wir nicht gepasst haben.

Zu Ende ist das Abenteuer allerdings noch lange nicht. Das Haus mit unserer Wohnung wird nun gebaut – und will dann natürlich auch bezahlt werden…

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