Fit für die Titelverteidigung? John Bryant im Interview

Als John Bryant im August 2013 in München auftauchte, da sorgte der US-Center und damalige BBL-MVP für, sagen wir mal: Erstaunen. Nicht gerade als Bohnenstange bekannt, hatte Bryant im Sommer noch einige zusätzliche Kilos draufgepackt. Und zwar keine Muskelmasse. „Gwampert“ nennt man das in München.

Im Laufe der vergangenen Saison allerdings unterzogen die Bayern Bryant einem strikten Fitness-Programm. Und am Ende war Bryant nicht nur rund 15 Kilo sportuntaugliche Masse los, sondern auch noch seinen Wuschelkopf. Aber dafür erstmals deutscher Meister.

Derzeit befindet sich Bryant noch auf Heimaturlaub bei seiner Familie in Kalifornien. Muss man sich nun wieder Sorgen um seine Fitness machen? Hier spricht Bryant selbst!

Wie fühlt er sich an, der erste Sommerurlaub als BBL-Champion, John Bryant?

Es ist immer noch ein tolles Gefühl. Ich habe viele Jahre daraufhingearbeitet. Aber ich freue mich natürlich auch schon, wieder zurückzukommen – schließlich wollen wir unseren Titel auch verteidigen!

Klar, nichts anderes erwartet man vom FC Bayern schließlich auch.

Der Titel hat uns für die nächste Zeit zumindest ein bisschen Druck von den Schultern genommen. Immerhin müssen wir jetzt nicht mehr beweisen, dass wir die Meisterschaft holen können. Alleine die jeweiligen Spiele zu gewinnen, ist schon schwer genug. Wobei ich zuversichtlich bin: Wir haben ein richtig gutes Team und vor allem ist es uns gelungen, den Kern zusammenzuhalten. Neben der Meisterschaft wollen wir auch in der Euroleague weiter auf uns aufmerksam machen.

Eine richtig harte Gruppe haben Sie da erwischt – abgesehen vom polnischen Meister Zgorzelec nur Spitzenteams.

Aber uns trifft das nicht ganz unvorbereitet: Im der vergangenen Saison haben wir uns in der Euroleague gut geschlagen und die Erfahrung daraus wird uns in der kommenden sicher weiterhelfen.

Sie persönlich haben in der Saison 2013/14 einen erstaunlichen Wandel, eine Transformation geradezu, erlebt.

Es war kein leichtes Jahr. Zu Beginn der Saison hatte ich noch Schwierigkeiten. Aber mir war klar: Ich werde hart an mir arbeiten, besser und besser werden. Und ich glaube, das ist mir dann zuM Ende der Saison hin auch gelungen. Mit der Meisterschaft war die Saison jedenfalls jede Mühe wert. Ich habe sehr viel aus meinem ersten Jahr beim FC Bayern gelernt.

Sie hatten deutlich abgenommen – mussten Sie sich an diesen veränderten Körper erst gewöhnen?

Ja, auf jeden Fall. Als ich noch schwerer war, konnte ich die anderen Spieler einfach herumschieben. Den Unterschied mit 10 bis 15 Kilo weniger spüre ich nun ganz deutlich. Ich kann mich nicht nur auf meine Kraft verlassen, ich muss SituationEN auch mit Schnelligkeit lösen. Mich in dieser Hinsicht weiter zu verbessern, ist ein wichtiges persönliches Ziel für neue Saison. Und natürlich sieht mein Sommer ganz anders aus, als vor einem Jahr: Ich bin weiter regelmäßig im Fitnessstudio, stemme Gewichte, spiele in den Pro-Am-Ligen… Nach dem Aufstehen kommt erst einmal die Arbeit. Und danach genieße ich meine Freizeit.

Hatten Sie vergangenes Jahr die Anforderungen, die der Verein an seine Spieler stellt, unterschätzt?

Ein bisschen, ja. Der FC Bayern erwartet nun mal Exzellenz – und das ist auch der Grund, warum er so erfolgreich ist. Ich weiß jetzt, wo ich stehe – und wie ich mich noch weiterentwickeln kann.

Sie kamen als Scorer – und sollten ein Schlüsselspieler in der Verteidigung werden.

Coach Pesic hat uns schnell klargemacht, um was es geht: Defense, Defense, Defense. Ich war zu Beginn in meinem Kopf noch offensiv-orientierter. Aber ich denke, ich habe meine neue Rolle mittlerweile verstanden: Ich bin der Große in der Mitte, die defensive Präsenz unter dem Korb.

Auf den Guard-Positionen kommt nun mit Anton Gavel einer der besten Verteidiger in der BBL überhaupt.

Das ist eine ganz, ganz wichtige Verpflichtung. So wie er spielt, mit seiner Einstellung, ist er ein absolutes Vorbild. Ich habe ihn schon als Gegner immer beobachtet und bewundert – ihn jetzt in der Mannschaft zu haben, ist großartig.

Wie hat Ihnen Ihre erste Saison in München eigentlich abseits des Parketts gefallen?

Die Veränderung gegenüber Ulm war definitiv zu spüren, gerade weil ich mitten in der Stadt nahe am Marienplatz lebe. Da ist schon einiges los, eine Menge Touristen sind unterwegs und lärmen manchmal ziemlich. Aber ich habe die Stadt definitiv schätzen gelernt. Meistens bin ich mit meinem Fahrrad unterwegs, auf dem Weg zum Training oder um die Stadt zu erkunden. Insgesamt hatte ich auch persönlich eine sehr schöne Zeit bisher.

In Ulm hatten Sie sich das Münster tätowieren lassen. Noch einen Titel hier in München und Sie schulden der Stadt auch was!

Nun, man weiß nie was passiert! Das Ulmer Münster ist aus einem besonderen Augenblick und einem besonderen Gefühl heraus entstanden, vielleicht erlebe ich das auch hier. Und dann könnte es durchaus passieren, dass ich in einen Tattoo-Laden gehe…

Ihre Looks in der vergangenen Saison reichten von zottelig bis windschnittig. Wie werden Sie zum Trainingsbeginn aussehen?

Tja – Überraschung! Alles ist möglich.

Auch eine Glatze?

Okay gut – das nicht!

Fit für die Titelverteidigung? John Bryant im Interview
Markiert in:                

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*