Re-Work in Progress

Die Anforderungen an einen Journalisten (auch wenn er mittlerweile in einer Content-Marketing-Agentur arbeitet) haben sich in den vergangenen Jahren rasend schnell weiterentwickelt. Die gute Geschichte, sie bleibt weiterhin zentral wichtig – die Art und Weise der – digitalen – Aufbereitung und Darstellung ist mindestens genauso wichtig geworden. Wer sich als Journalist oder Schaffer von Inhalten weiter ausschließlich über seine „Geschichten“ definiert und noch mehr als fünf Jahre zur Rente hat, der wird bald grundlegende Probleme bekommen.

Dieser Wandel findet in meinem Leben statt – und nun auch hier auf der Seite. Optisch bleibt (vorerst) erst einmal alles beim Alten, die Struktur wird (vorerst) ebenfalls erhalten bleiben. Die Inhalte auf den Unterseiten werden angepasst, die ersten Schritte sind hierbei schon passiert. Wann ich fertig bin? Das weiß ich nicht. Gut, ein „Fertig“ wird es in unserer Branche eigentlich sowieso nie wieder geben.

Auf der dunklen Seite des Journalismus

Ja. Ich mache jetzt tatsächlich “Marketing”. Um genau zu sein: “Content Marketing“. Ich bin jetzt also “auf der anderen Seite”, wie der ein oder andere Kollege in jüngerer Vergangenheit festgestellt hat.

Und ganz ehrlich: Es ist gar nicht mal so schlimm, auf der dunklen Seite des Journalismus. Faire Bezahlung, eine überaus motivierte wachsende Redaktion – und ein Projekt, an dem schon jetzt sehr viel Herzblut hängt: Die neue ISPO.com.

Und nochmal ganz ehrlich: Ob ich als freier Journalist strategische Entscheidungen treffe, die von Unabhängigkeit weit entfernt sind (jeder Sportler, der fest über einen Verein berichtet, weiß was ich meine) – oder gleich für einen Kunden arbeite, ist nicht weit voneinander entfernt.

Der ganz entscheidende Faktor, als leitetender Redakteur zu THE DIGITALE zu gehen, war: Etwas ganz neues mitaufbauen helfen zu dürfen. Ein Konzept eine Redaktion, eine Seite.

Das übrigens in einem sehr hellen und freundlichen Büro am englischen Garten – also von wegen dunkel!

Wieder einmal: Danke!

Nachdem wir heil nach Korsika gelangt, dort nirgends runtergefallen und nun auch wieder zurück in München sind, ist es an der Zeit, wieder einmal Danke zu sagen. Danke an Menschen, die mir berufliche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten geben und gegeben haben, worüber ich mich sehr glücklich schätze.

Ein großer Dank geht an Martin Volkmar und sein Team der Online-Redation bei Sport1. Auch wenn mein damaliger Sportchef bei der Abendzeitung uns (gottseidank!) nie vergessen hat lassen, dass Print ein Auslaufmodell ist, waren wir nun mal hauptsächlich die Redaktion einer Tageszeitung. Umso wichtiger war für mich danach, einen großen Schritt ins digitale Geschäft machen zu können und es noch besser verstehen zu lernen.

Das wurde mir bei Sport1 ermöglicht, ganz besonders hat es mich gefreut, wie viel Vertrauen mir Martin Volkmar, Julian Meißner, Matthias Becker und die anderen geschenkt haben. Als Sports-Chef und damit tagesaktuell Verantwortlicher für die Nicht-Fußball-Themen habe ich extrem darüber gelernt, was die Menschen da draußen wirklich interessiert – und wie sich das messen und beeinflussen lässt.

Liebe ehemalige Kollegen bei Sport1, es war mir eine Freude, meinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass sich Deutschlands reichweitenstärkstes Multisport-Portal sogar noch weiter entwickelt hat. Danke für die überaus kollegiale Arbeitsatmosphäre!

Von Sport1 noch einmal Abschied zu nehmen heißt nun natürlich nicht, dass ich arbeitslos bin – sondern dass ich eine neue Aufgabe habe. Vielen, vielen Dank an Karsten Lohmeyer und die Kollegen von The Digitale für die neue Chance, die ihr mir bietet. Ich werde dort an einem neuen, großen und überaus spannenden digitalen Projekt im Bereich Sport Business mitarbeiten und freue mich riesig, nach einer durchaus stressigen Zeit dafür jetzt nach dem Urlaub richtig reinhauen zu dürfen! Man wird bald von uns lesen und hören…

Die großen Abenteuer der Selbstständigkeit

Das mit dem verlässlichen und Münchner Verhältnissen angepassten Einkommen klappt mittlerweile ziemlich gut. Bei meinen Auftraggebern habe ich, allein aus wirtschaftlichen Gründen, stark selektiert. Für 50 Euro einen Text (Aufmacher-Länge) zu schreiben habe ich, aus gutem Willen, genau zwei Mal übers Herz gebracht – und einfach zu starke Bauschmerzen gehabt. Meine beiden Bücher laufen exzellent, neue sind in Planung und ich verbringe viel extrem lehrreiche Zeit bei Deutschlands größter Multisport-Plattform. Nach etwas mehr als einem Jahr darf ich also sagen: Das mit der Selbstständigkeit hat prima funktioniert.

Das Leben mit meiner Frau, in unserer gemieteten Zweizimmer-Wohnung im Lehel, war wunderbar. Ist wunderbar. Allerdings tauchte da relativ unverhofft unsere Traumwohnung auf. Richtung Berge, neu, ruhig, aber nicht komplett abgelegen. Und auf einmal stellte sich nicht mehr nur die Frage, wo wir den als nächstes in den Urlaub fahren oder Essen gehen wollen – sondern wie wir eine Baufinanzierung stemmen können.

Das ist, als Selbstständiger, nicht leicht. Das ist, als Selbstständiger, der erst ein Jahr selbstständig ist, ein echtes Abenteuer. Denn die allermeisten Banken und Kreditinstitute fordern drei Jahre solide Bilanzen. Was folgte, war nach den ersten Gesprächen mit Banken und Vermittlern eine Zeit des Hoffen und Bangens: Macht sich jemand die Mühe, unseren Fall (Doppelverdiener, fixe und verlässliche Arbeitgeber als Journalist) genau anzuschauen – und wenn ja, bekommen wir dann halbwegs vernünftige Konditionen?

Wie sich herausstellte: Ja. Aber nicht bei jedem Vermittler und schon gar nicht bei den anonymen Internet-Portalen. Ein sehr engagierter Berater und meine Hausbank haben sich extrem bemüht, so dass wir am Ende sogar zwischen zwei guten Angeboten entscheiden konnten. Das alles war aber nur möglich, weil die Gesprächspartner dort sich unsere Situation konkret angeschaut hatten und nicht nur die Schablone draufgelegt, in die wir nicht gepasst haben.

Zu Ende ist das Abenteuer allerdings noch lange nicht. Das Haus mit unserer Wohnung wird nun gebaut – und will dann natürlich auch bezahlt werden…

Bewegtbild oder nix!

Ich muss zugeben, dass ich mir auch nach zwei Wochen Testphase in Italien immer noch schwer tue, mir die GoPro an den Kletterhelm zu binden. Ein bisschen fühle ich mich dann wie der Ski-Tourist aus dem Ruhrgebiet, der jodelnd filmt, wie er eine blaue Piste herunterfährt. So erlebt und irgendwie hat mich das geprägt.

Es gilt: "Pic or it didn't happen", sowieso "Vid or it didn't happen"

Es gilt: “Pic or it didn’t happen”, sowieso “Vid or it didn’t happen”

Weil Texte schreiben aber wie wir alle wissen schon lange kein Geschäftsmodell ist, wird es hier, auf Youtube und an der ein oder anderen Stelle in Zukunft aber sicher das ein oder andere Bewegtbild zu sehen geben. Möglicherweise dann sogar ohne Finger im Bild.